Reisebericht – Norwegen Juli 2014

In diesem Sommer wollten wir noch einmal die Bergwelt Norwegens genießen. Am 20. Juni 2014 starteten wir mit unserem in Horn gemieteten Wohnmobil (Carthago Malibu 600). Unsere erste Übernachtung hatten wir in Schleswig. Mit der tatkräftigen Hilfe von zwei Campingnachbarn gelingt es uns, unsere bordeigene Satellitenschüssel in Stellung zu bringen, um das WM Spiel Deutschland – Ghana (2:2) zu sehen.

Morgens sehen wir uns die Altstadt von Schleswig an und fahren dann nach Hirtshals an der Nordspitze Dänemarks. Unsere Reiseroute führte uns durchs Setesdalen (mit zwei schönen Wanderungen), über die Hardangervidda , Røldal (Stabkirche) und Odda nach Kinsarvik. Von Kinsarvik aus konnten wir eine herrliche Wanderung zu 4 übereinander liegenden Wasserfällen machen, deren oberster direkt von der Steilkante der Hardangervidda herabfällt.
Von Kinsarvik aus wollen wir nach Eidfjord fahren, um dann über Geilo ins Auerdalen zu gelangen. In Kinsarvik ist Geilo auch ausgeschildert, aber kurz darauf führt die Straße in einen Tunnel.
Reisebericht - Norwegen – Juli 2014 © D&R Masny 2014
Innerhalb des Tunnels gibt es einen fantastisch blau ausgeleuchteten Kreisverkehr, der uns nur die Wahl zwischen Bergen und Oslo lässt – beides Ziele, die wir nicht ansteuern. Detlef entscheidet sich für rechts (Bergen), weil er auf der rechten Seite des Fjords bleiben möchte. Leider war das die falsche Entscheidung, denn die Straße im Tunnel mündet auf einer neuen Brücke über den Fjord (Maut 130 Kronen = ca. 18 Euro) und dann sofort anschließend in einen weiteren 7,5 km langen Tunnel in Richtung Bergen. Zum Glück gibt es bald weinen weiteren Kreisverkehr, der uns die Ausfahrt in Richtung des kleinen Ortes Ulvik auf der anderen Seite des Fjords ermöglicht, wo wir drehen und das alles zurückfahren können. In Eidfjord angekommen, beschweren wir uns in der Touristeninformation über die mangelnde Beschilderung und fragen, ob wir denn jetzt zweimal die Maut bezahlen müssen. Es wird uns gesagt, dass die elektronische Erfassung der Autonummern derzeit nur bei Norwegern zu Rechnungen führt. Für Ausländer sei das System noch nicht scharf gestellt.
Von Eidfjord aus geht die Fahrt zum Vöhringsfossen, dann übers Fjell der Hardangervidda erst auf der 7 und hinter Geilo auf der 50 bis zum Campingplatz Østerbø. Wir machen eine wunderschöne Wanderung im Auerlandsdalen. Es ist eine Rundtour: auf dem Hinweg über die Höhen und zurück unten in der Flussschlucht. Am Wendepunkt bildet ein riesiger gespaltener Felsblock eine Höhle, in der ein kleiner See steht.

Wir fahren über Auerland, Gudwangen und durch die Stahlheim-Schlucht, dann übers Fossfjellet Reisebericht - Norwegen – Juli 2014 © D&R Masny 2014 zum Campingplatz Djuvik am Sognefjord. Wir fahren mit der Fähre nach Hella und weiter nach Gjerde. Unser Ziel ist eine Wanderung zum Berset- Gletscher. Seit 1993 ist er sehr zurückgegangen, aber immer noch eindrucksvoll. Mit ein paar Stopps (Visitor Center am Nigardsbreen, Gletschermuseum in Fjaerland mit zwei Mammuts davor und einem Abstecher zum Böjabreen) fahren wir nach Olden, wo ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt. Dann geht es weiter zum Lovatnet. Wir finden einen Platz auf dem Helset-Campingplatz, auf dem wir schon 1969 gezeltet haben.Der Platz hat inzwischen eine ebene Stellfläche für zwei Wohnmobile. Reisebericht © D&R Masny - Norwegen 2014 Dort unternehmen wir eine sehr schöne, aber lange Wanderung über Bødalseter in Richtung Lodalskåppa, die, wie wir später auf der Karte feststellen, mit 2083 m die höchste Erhebung im Jostedalsbreen-Gebiet ist und damit mehr als 2.000 Höhenmeter über dem Lovatnet liegt. Wir genießen die Wolkenstimmung über den Bergen und den Blick auf die Gletscher. Nach 9 Stunden sind wir endlich wieder am Wohnmobil. Aber bleiben möchte Detlef nicht und fährt noch bis zum Strynvatn-Camp.
Am nächsten Tag geht es übers Fjell nach Geiranger. Vor Geiranger liegen gleich drei riesige Kreuzfahrtschiffe, und entsprechende Menschenmassen sind unterwegs. Wir sind froh, als wir dem Gewühl von Fahrzeugen und Menschen entkommen sind. Wir machen Pause am Eidervatnet und lassen uns dann mit der Fähre über Reisebericht - Norwegen – Juli 2014 © D&R Masny 2014den Nordalsfjord übersetzen.

Weiter geht es zum Trollstigvejen. Dort ist inzwischen ein langer Gang ausgebaut worden, von wo man einen guten Blick auf die steilen Serpentinen hat.
Über Åndalsnes fahren wir weiter bis Ǻlesund. Ein Campingplatz ist nicht ausgeschildert. Schließlich erfragen wir einen Stellplatz für Wohnmobile, der immerhin Toiletten und Duschen vorhält. In der Abendsonne spazieren wir durch die Stadt, die nach einem Brand im Jugendstil neu aufgebaut worden ist. Über Åndalsnes geht es dann wieder zurück und weiter über Dombås zum Campground Hageseter. Hier müssen wir eine aufladbare Chipkarte für Toilettenräume und Duschen benutzen. Nachts ist es so kalt, dass unser Dachfenster vereist ist. Wir fahren nach Kongsvoll und wandern auf das Dovrefjell. Leider sehen wir die hier ausgewilderten Moschusochsen nicht. Auf der Weiterfahrt machen wir Mittagpause am sehr schönen Bahnhofsgebäude von Hjerkinn, fahren nach Dombås zum Einkaufen, weiter auf der E6 bis Sjoa und weiter auf der 257 über Heidal (schöne Kirche und River-rafting auf dem Fluss Sjoa) und auf der 51 bis zum See Gjende und zum Maurvangen Camp.

Fahrt über die Valdresflya, Besuch der Stabkirche von Hegge, die leider geschlossen ist, und weiter zum Camp Elvely in Ulsåk im Hemsedal. In einer dreistündigen Wanderung bis unterhalb der Flanke des Såta und ein Stück entlang des Baches Fekjaane erkunden wir die Gegend.

Trotz Wolken starten wir früh und fahren über Grøndalen auf einer geschotterten Mautstraße zum nordöstlichen Ende des Vavatn. Der Pfad führt zu einem großen Bergbach, den wir über Steine überqueren, dann in gemäßigter Steigung durch Blockhalden und kleine Schneefelder bergauf zum Gipfel des Ranastøngji. Es ist stürmisch, kalt und die Sicht wird immer schlechter. Die Steinmännchen sind kaum noch und das eben durchquerte Schneefeld ist gar nicht mehr zu sehen. Da kehren wir lieber um.

Nach der Rückkehr fahren wir bis zum Camp Stavn an der 7 zwischen Gol und Hønevoss.

Weiter geht es nach Oslo und mit etwas Mühe auf den Stellplatz am Yachthafen. Wir gehen zu Fuß in 40 Minuten in die Stadt, aber ich beschließe, zurück mit dem Bus zu fahren. Wir besichtigen die gelungene Architektur von Aker Brygge, das Rathaus und die Karl-Johann-Gata bis zum Bahnhof.
Auf eine weitere Besichtigung von Oslo verzichten wir. Das anfangs sonnige Wetter schlägt um in Regen. Ein kurzer Aufenthalt in Frederikstad bringt uns wegen des Regens nicht viel. Wir beschließen, gleich nach Malmö durchzufahren.

Von Trelleborg setzten wir nach Sassnitz auf Rügen über. Vom Rügener Fährhafen fahren wir nach Nipmerow im Nationalpark Jasmund, wo wir in der uns bekannten „Spechthöhle“ zu Abend essen.

Über Binz mit Spaziergang auf der Uferpromenade fahren wir weiter nach Stralsund, das sich seit 1997 ziemlich gemausert hat. Weiter geht es zum Darß, wo wir nach der Fahrt durch einige hübsche Dörfer einen frequentierten Campingplatz aufsuchen. Leider ist die Ostsee mit 17 ° noch ziemlich ungemütlich. Weitere Ortsbesichtigungen auf dem Darß , Wanderung an der Westküste mit ihren vom Wind zerzausten Kiefern und Buchen und dann weiter nach Zislow am Plauener See. Das Wasser ist herrlich zum Schwimmen, und wir genießen die Abendstimmung über dem See.

Wir fahren nach Malchow und bestaunen die vielen gehäkelten Blumen am Brückengeländer und die umhäkelten Fahrradständer. Die Brücke schwenkt auf und lässt drei kleine Schiffe durch. Nach einem Kakao in einem Café geht es dann in einem durch bis Detmold. Detlef putzt eifrig das Wohnmobil, während ich unsere Sachen verstaue, die erste Waschmaschine starte und mich um das Abendessen kümmere. Auch zu Hause ist sehr schönes Sommerwetter. Am 12. 7.2014 geben wir unser Wohnmobil wieder ab.
Reisebericht - Norwegen – Juli 2014 © D&R Masny 2014

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